Restaurierung - Bertram Streicher

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Kath. Pfarrkirche St. Bartholomäus in Epfach

Restaurierung der Deckengemälde von A. Keller 1822

arrow Kurzbeschreibung und Datierung
Klassizistischer Saalbau von Matthias Left aus Schongau, 1823, mit romanischem Sattelturm im nördlichen Chorwinkel. Langhaus mit flachem Walmdach und Kastengesims. Im Innern flachgedeckt, ohne Chorbogen, mit stuckierten Bildrahmen und umlaufendem Gesims über Konsolen- und Würfelfries. Deckengemälde von Alois Keller, Pfronten: im Chor das Abendmahl, im Langhaus der Kirchenpatron vor Christus.
Choraltar mit Bild des heiligen Bartholomäus, 1790 im Empire Stil von Bernhard Scheck, Straubing.
Seitenaltäre Ende 18. Jh., mit Ölbildern, nördlich mit Muttergottes, südlich mit hl. Sebastian.
Holzfiguren: zwei Bischofsbüsten um 1500, die hll. Laurentius und Stephanus, 3. Viertel 15. Jh., Bischof Wikterp, Weilheimer Arbeit um 1670/80 und die sel. Herluka, Ende 17 Jh.
(nach Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern IV. 1990. 253)
arrow Zur Maltechnik von A. Keller
Epfach - Maltechnik
Epfach - Maltechnik
Die Malerei wurde freskal ausgeführt, Seccopartien bzw. Anteil von Kalk findet sich bei der Malerei kaum.
Der Malschichtputz ist gleichmäßig geglättet, verriebene Sandkörner haben zum Teil tiefe Furchen hinterlassen. Bei Tagwerksgrenzen sind leichte Wellungen und Erhöhungen deutlich erkennbar. Bei den Apostelfiguren werden die Tagwerksgrenzen auffallend exakt ausgeschnitten.
Die Architektur und die Figuren (Apostel, Christus und die Engel) sind sehr exakt vorgeritzt.
Am Chordeckenbild finden sich etwa 12 Tagwerke, am Langhausdeckenbild etwa 37 Tagwerke.
Ein Übertragungsraster ist unter der Oberfläche nicht sichtbar. An einzelnen Konturen kann die roten Pinselvorzeichnung beobachtet werden. Die Figuren weisen eine Ritzung auf, vermutlich bei der Übertragung mittels eines Kartons
Die Malerei wurde al fresko zum Teil in mehreren Lasurgängen aufgebracht (z. B. Gesichter) und zeigt eine detailreiche feinteilige Malweise. In Gewandpartien kann ein strichförmiger Pinselduktus beobachtet werden.
arrow Restaurierungsmaßnahmen
Epfach - Apostelgruppe
Epfach - Apostelgruppe
Beide Deckenbilder wurden mit den gleichen Maßnahmen behandelt.
- Abnahme von Spinnweben mit weichem Pinsel
- Trockenreinigung mit Akapad weich
- Festigung der Malschichtausbrüche des hellgrünen Gewandes im Chordeckenbild mit Syton W 30, 8%
- Feuchtreinigung: Vornässen des zu reinigenden Bereiches mit Wasser; Aufbringen von Ammoniumcarbonat in Tylose gebunden mit einem Flächenstreichen; Einwirkzeit ca.5-10 Min., dann Abnahme mit weichem Pinsel und Blitzfix-Schwamm; anschließend gründliche Reinigung mit dem Wasserdampfgerät.
- Kitten von Rissen und Putzfehlstellen mit magerem Kalkputz (Sand bis 0,5 mm, Kalksteinmehl, Sumpfkalk)
- Hohlstellen: Anbohren der Hohlstellen in Rissbereichen, Hinterfüllung mit PLM-A; Anschließend Abdecken der Bereiche mit Japanpapier, um Feuchteränder zu vermeiden
- Retusche mit Kalksinterwasser, Tylose und Trockenpigmenten
arrowImpressionen
Letztes Abendmahl
Epfach - Letztes AbendmahlEpfach - Letztes Abendmahl
Epfach - ApostelEpfach - ApostelEpfach - Apostel
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Berufung des Hl. Bartholomäus
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